Freitag, 20. Oktober 2017

Mannomänner

von Fragolin

Meine kleine Wortmeldung von gestern hat einige Kommentatoren auf den Plan gerufen, denen ich hiermit nicht nur danken möchte für ihre Diskussionsbeiträge, sondern auch hier antworten, weil ich glaube, für den Kommentarbereich würde es zu umfangreich werden. Hat sich so ergeben, dass da wohl doch noch etwas mehr zu sagen ist.

Anonym hat gesagt...
"Unkorrekt": Frauen und Männer unterscheiden sich sehr stark: Oben, im Kopf, beim Denken, Fühlen oder Verhalten. Hat die Natur nach x Millionen Jahren so eingerichtet. Männer sterben beispielsweise deutlich früher. "Quote" ist degenerative Wohlstandverlotterung. (Ganz am Rande: Meine Töchter arbeiten in anspruchsvollen Ingenieurberufen.)“

Werter Anonym,
Sie argumentieren mit Vernunft und Wissenschaft. Das wird als männliches Konstrukt zur Unterdrückung „der Frau“ von den Feministinnen strikt abgelehnt. Biologie und Chemie, selbst Psychologie und Verhaltensforschung sind für die Priesterinnen der Genderkirche männliche Lügengebilde, sie akzeptieren ausschließlich die Genderwissenschaft, die nicht einmal wissenschaftlich arbeitet sondern nur im Sinne einer Religion die Grundaussagen ihrer Prophetinnen zu bestätigen suchen und alles Widersprechende als Ketzerei verdammen. Eine riesige in sich geschlossene Blase mit extremem Filtereffekt.

Da wird die Aussage, dass hauptsächlich Männer in Vorständen vertreten sind, nicht etwa nach dem biologisch wie psychologisch und anthropologisch bewiesenen Fakt als Ergebnis des Strebens nach materiellem Erfolg und Anerkennung, was wieder der Familie zugute kommt, gewertet, sondern als Beweis der bösartigen männlichen Bekämpfung der armen unterdrückten Frauen. Da wird ein Opferbild gestrickt, das selbst bei muslimischen Vorbetern seinesgleichen sucht. Und an allem schuld, für alles verantwortlich und damit verpflichtet, sich freiwillig zu unterwerfen, ist der Mann. Und so er dies nicht unverzüglich tut und einen Schritt, am Besten verhüllt, hinter der Frau herhuscht um sie zu beschützen und zu bedienen wie es ihr gefällt… upps, da gleichen sich Ideologien ja wie Abziehbilder…

Die plumpe Propaganda kreischender Feministinnen disqualifiziert sich von selbst. Die Frauen, die mit Kraft und Wille zu etwas gekommen sind, werden bei uns heute nirgends mehr gebremst. Nur jene, die einen irrelevanten Blödsinn studiert haben und jetzt schreien, dass der böse Mann mit dem Ingenierurstudium irgendwann Chef der Konstruktion wird während sie für Billigstundensatz inhaltsleere „Gendermainstreaming“-Pflichtseminare halten müssen um sich über Wasser zu halten, tröten was von Unterdrückung und maßen sich an, immer wieder für „die Frauen“ zu sprechen, von denen sie aber kein Mandat dazu bekommen haben. Niemand hat sie davon abgehalten, Maschinenbau zu studieren. Nur sie selbst. Aber wie gesagt: der feministische Sexismus behauptet einfach immer, dass an allem irgend ein Mann schuld sein muss, und schon sind die Predigerinnen aus dem Schneider. Zur Not wird noch behauptet, dass Konstruktion eben „männlich“ wäre und erst auf „die Frauen“ angepasst werden müsste, softer, sozialer und emotionaler werden müsse, und wenn sie das nicht tue, wäre das ein weiterer Beweis für das Einmauern des Patriarchats. Dass Konstruktion Technik ist, die darauf ausgelegt ist, rational und funktional zu arbeiten und ein Rad rund ist, damit es rollt und weil Naturgesetze, die das vorschreiben, nicht von Männern erfunden wurden sondern einfach so sind, weil sie sind, wie sie sind, können diese trotzigen geistigen Kleinkinder nicht hinnehmen und stampfen umso wütender auf, wenn man ihnen mit Vernunft und Wissenschaft kommt.

Eine Gemeinde, die Wissenschaft und Vernunft ablehnt und ein selbstkonstruiertes Realitätsmützchen (und das im Zweifelsfall auch noch in pink und mit Katzenöhrchen) über alles stülpt und nichts akzeptieren kann, was sie sich nicht selbst ausgedacht haben, erfüllt für mich den Tatbestand der psychischen Filterblase. Die kann ich nicht für voll nehmen. Das haben sie mit den Hardcore-Moslems und anderen Radikalreligiösen wie Kreationisten gemein. Und sie tun auch denen, die sie zu vertreten vorzugeben wagen, keinen Gefallen. Denn die wenigen Frauen, die über Leistung und Kampfstärke nach oben kommen, müssen sich erst durch diese Feminazissen und deren auf Opfergelabere fußender Forderungskreischerei permanent beweisen, dass sie keine hohle Quotennuss sind sondern es wirklich über Leistung geschafft haben.

Aber diese Selbstgerechten und Moralinversäuerten interessiert das Schicksal anderer in Wirklichkeit nicht die Bohne, die wollen nur über Jammern und Schreien Posten für sich selbst kassieren, auf die sie aufgrund eigener Inkompetenz nie gekommen wären. Ein Mann fällt durch eine Prüfung, weil er zu blöd ist, eine Frau fällt durch die gleiche Prüfung, weil sie eine Frau ist. Und mit diesem Glaubenssatz wollen die voll genommen werden.

P.S. Gratulation zu diesen Töchtern!

raindancer hat gesagt...
also ich arbeite schon sehr lange im IT Bereich, zuvor lange in einer Branche wo das Verhältnis Männer Frauen ausgewogener war.
Ich finde anzügliche Witze sind entbehrlich, da zumeist dümmlich.
In der Tat sehe ich es ähnlich, wenn Frauen in die Technik wollen, sollen sie studieren und sich dafür interessieren. Reinschubsen wird nicht viel bringen.
Jedoch ist es nach wie vor augenscheinlich,dass Männer von der Männermeute offensichtlich mehr gefördert werden.
Bei Frauen wird immer angebracht sie arbeiten nicht so lange, haben die Babypause, brauchen oft Teilzeit.
Naja Männer schaffen auch einen ganzen Tag nichtstun mit Residenz in der Firma, das nennt sich dann oft trotzdem Überstunden. Rein fachlich seh ich wenig Unterschiede zwischen der Kompetenz von Männern und Frauen so sie sich beide entweder durch Erfahrung oder Studium auf das Fachgebiet vorbereitet haben.
Jedem Trottel muss klar sein, wenn überall zu 90% Männer in der Chefetage sitzen, dann läuft was falsch.
Umgekehrt sollte den Männern klar sein, dass 100% der Zeit in die Firma investieren und nichts in Familie, Sport und Freizeit wohl kaum effektives arbeiten genannt werden kann.
Es läuft was schief im Staate.“

Werte raindancer,
Sie schreiben:
Jedem Trottel muss klar sein, wenn überall zu 90% Männer in der Chefetage sitzen, dann läuft was falsch.“
Sorry, aber ich würde sarkastisch hinzufügen: nein, das ist nur Trotteln klar. Vernünftig denkenden Menschen nicht.
Und irgend ein Satz über „Männer“, die in der Firma auch nur Nichtstun, disqualifiziert sich von selbst. Sie springen da nämlich auf den Zug dieser dümmlichen „die Frauen“ und „die Männer“-Argumentierer auf, für den ich Sie für zu intelligent halte.

Es gibt Männer, die primitive Haklerjobs machen oder einfach nur den Blöden raushängen lassen und es gibt Männer, die Unternehmer werden oder Führungspositionen anstreben. Für Feministinnen alles „die Männer“, von denen „die Frauen“ unterdrückt werden.
Es gibt Frauen, die primitive Putzjobs machen und Frauen, die Unternehmerinnen werden oder Führungspositionen anstreben.

Dass prozentuell mehr Männer den Kampf in der Tretmühle zwischen Oben und Unten aufnehmen und durchbeißen als Frauen ist kein patriarchalisches Unterdrückungskonstrukt sondern einfach eine statistische Entwicklung die sich aus Diversität ergibt.

Diversität heißt, auch zu verstehen, warum in den Vorstandsetagen auch die Türken oder allgemein die Moslems rechnerisch unterrepräentiert sind. Nicht weil sie unterdrückt werden, sondern weil eben ein entsprechender Prozentsatz keinen Bock auf diese Tretmühle hat, wenn sich der 5er-BMW auch mit Dönerbude ausgeht. Oder Hartz IV plus steuerschonendem Vergnügungsmittelhandel.

Irgendwelche willkürlich herausgepickte Betätigungsfelder (Müllabfuhr und Bergbau tauchen da eher selten auf) als Beispiele der Abweichung von prozentuellen Bevölkerungsanteilen herzunehmen und daraus irgendwas abzuleiten ist billige propagandistische Taschenspielerei.

Wenn Führungspositionen nicht nach Kompetenz, Motivation, Kampfeswille und Einsatz vergeben werden sondern auf Basis der statistischen Verteilung in der Gesamtbevölkerung, werte raindancer, dann läuft etwas falsch, aber ordentlich. Denn auf solche Plätze gehören Leute, die es wollen und können, und nicht Leute, die glauben, es stehe ihnen einfach zu, weil sie laut schreien.

Umgekehrt sollte den Männern klar sein, dass 100% der Zeit in die Firma investieren und nichts in Familie, Sport und Freizeit wohl kaum effektives arbeiten genannt werden kann.“

Wird es auch nicht, hat damit nämlich gar nichts zu tun. Aber es ist eben biologisches Verhalten, statt gemütlich mit der Familie am Feuer zu sitzen und durch das Kauen von Wurzeln das Verhungern abzuwehren das Männchen lieber mehrere Tage fern der Familie auf der Jagd ist, um seine Sippe gut zu ernähren. Weil ihm auch im Falle, dass der Nachbar genug Futter für zwei Familien anschleppt, der Wurzelkauer bald allein sitzt, während seine Exsippe lieber beim Nachbarn sitzt. Lieber satte Zweitfrau als beim Faulen verhungern. Sorry, klingt vielleicht hart, aber so ist unsere Evolution verlaufen. Und noch heute sind die Weibchen für den Großteil des Konsums zuständig, während die Männchen für den Großteil des Einkommens zuständig sind. Wie diese Schere zu erklären ist, nämlich dass die eine Hälfte mehr Geld ranschafft als ausgibt und die andere Hälfte genau andersrum, wird lieber nicht betrachtet. Was nicht passt wird ignoriert.

Dass das Ganze nichts anderes ist als ein Werkzeug der Zerstörung der Familie, begreifen immer noch viel zu wenige. Erst hat man die Generationen zerschlagen, die Kinder in die Ganztagseinrichtung und die Großeltern ins Pflegeheim verfrachtet (Wer denkt mal darüber nach, dass eine Frau im Altenheim ganztags arbeiten geht um das Geld zu verdienen, das die Pflege ihrer Eltern im Altenheim kostet und die Ganztagsbetreuung für ihre Kinder – wäre sie zuhause, wäre das eine Nullrechnung, weshalb der Staat eingreift…), der familiäre Zusammenhalt wurde als Fron diffamiert, Eltern als potenzielle Gewalttäter und Kinderquäler (dabei gab es die wirklichen Missbrauchsfälle eher in den städtischen und kirchlichen Einrichtungen), Alte als Schmarotzer und zusammen mit den Kindern als Karrierebremsen. So stehen heute alle im Erwerbsleben, allein gelassen und nur noch gestützt durch Ehepartner.
Und dann wird ein Keil zwischen Mann und Frau getrieben.
Zufall? Oder eher die finale Zerstörung der Keimzelle unserer Gesellschaft?

„Es läuft was schief im Staate.“

Richtig. „Positive Diskriminierung“ und „Quoten“, „Gendermainstreaming“ und „Feminismus“, „Halbe-Halbe“ und „Frauenministerium“. Die haben im Staat nämlich nichts verloren. Der Rest läuft so, wie er läuft. Es gibt absolute Chancengleichheit. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.

sokrates9 hat gesagt…
Finde die Kompetenz der Frauen und deren Führungsstärke sieht man bei den Grünen! Ideologie, Strategie, Taktik, Realitätsbewußtsein gehören einfach nicht zur Kernkompetenz der Frauen! Vielleicht in 1000 Jahren, derzeit noch nicht!“

Werter Sokrates9,
ich würde nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt sehr starke und tolle Frauen. Nur sind sie eben statistisch in anderer Stärke vertreten als Männer.
Bei den Grünen handelt es sich ja auch noch um ein ausgesuchtes Sammelbecken der Opferreligiösen. Sieht man an der Stutenbissigkeit rund um den Abgang Glawischnigs und der Jungen Grünen, um die internen Intrigen und das ganze Verhalten der Führungsriege im Wahlkampf.

Das wirklich putzige daran:
Am Ende übergeben die den Schrotthaufen, den sie hinterlassen, einem Mann, um aufzuräumen.

MfG Fragolin

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Wahrlich, wir leben in spannenden Zeiten ...

DiePresse berichtet:



Katalonien: Madrid zieht „nukleare Option“

Die Separatisten ließen ein Ultimatum verstreichen. Spaniens Regierung will daher am Samstag die katalanische Autonomie vorübergehend aussetzen. Barcelonas Premier fürchtet seine Verhaftung.

Madrid. Die Zeichen zwischen Madrid und Barcelona stehen auf Sturm. Und dafür hat Kataloniens rebellischer Ministerpräsident, Carles Puigdemont, offenbar Vorsorge getroffen: Seine Leibwächtertruppe sei verstärkt worden, hört man. Und statt sich abends in der Dienstlimousine nach Hause chauffieren zu lassen, habe er sich nun hinter den dicken Mauern des Regierungspalasts in der Altstadt Barcelonas eingerichtet.

Fürchtet der Mann, der an der Spitze der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung einen Keil in die spanische Nation treibt, seine Festnahme?
Auch bei — angeblich — neutraler »Berichterstattung« schimmert die EUrokratisch-zentralistische Blattlinie eines Mainstream-Mediums deutlich durch. Denn ein Katalane kann wohl von seinem Selbstverständnis keinen Keil in die »spanische Nation« treiben, weil für ihn diese nur ein Konstrukt typisch nationalistischen Zentralismus' ist. 

Eine »spanische Nation« gibt es ebenso wenig, wie es einst eine »tschechoslowakische Nation gab« — deren Einwohner freilich klüger waren, und sich friedlich trennten, statt sich gegenseitig, wie bspw. die Bewohner einer ebenso inexistenten »jugoslawischen Nation«, die Schädel einzuhauen.


Ohne die Aktionen (oder gar die ideologische Richtung!) der derzeitigen katalanischen Regierung als besonders toll und das beste seit der Erfindung von Kaugummi bezeichnen zu wollen — aber das Spiel, auf das sich Ministerpräsident Rajoy einläßt, ist hochgefährlich! Nur zu leicht könnten andere, weit (sprach-)fremdere Völker (wie die Basken, die mit »Spaniern« ja wirklich nichts zu tun haben), die sich mit dem Staatsverband »Spanien« irgendwie abgefunden haben, sich provoziert fühlen, wenn ein lupenreiner Bürokrat wie Rajoy zu verstehen gibt, daß die vollmundig gewährte »Autonomie« in der Realität nur Bestand hat, wenn die damit großzügig Bedachten sie nicht in Anspruch nehmen.

Aktionen wie diese haben schon ganz andere Vielvölkerstaaten in Zerrüttung und Auflösung geführt. Und ob ein Professor Rajoy als der Premier des Bürgerkrieges und totalen Zerfalls in die Geschichte eingehen will — diese Frage möge er sich zweckmäßigerweise selbst beantworten, bevor er Aktionen setzt. Politisches Herostratentum gab es in Europa in den letzten hundert Jahren fürwahr genug ...

Mannomann

von Fragolin

Die „Zeit“, jenes frischebewahrende Hamburger Spezialpapier für die Verpackung von Produkten der Nordseefischerei, das gegen die Langeweile der eingewickelten Fische lustige Texte auf die Einpackbögen drucken lässt, hat in seinem Internet-Ableger (Wieso braucht Packpapier sowas? In einen Laptop kann man höchstens eine Flunder einpacken!) eine volkserzieherische Liste zusammengestellt, was Männer unbedingt beachten müssen, wenn sie Umgang mit Frauen pflegen.

Laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes haben 39 Prozent der Frauen im Berufsalltag schon Kommentare und Witze mit sexuellem Bezug gehört.“

Stimmt, das ist diskriminierend. Es beweist nämlich die Unterrepräsentanz von Frauen in technischen Werkstätten, Produktionshallen und am Bau. Sonst wäre die Quote doppelt so hoch.
Bei Männern beträgt sie übrigens gefühlte 100%.

Wenn du an einem Meeting teilnimmst und siehst, dass nur Männer anwesend sind, mach dich dagegen stark.“

Ach ja? Indem ich die Putzfrau mit einlade? Oder muss ich jedesmal unsere Firmenchefin dazuholen? Die wird sich bedanken. Hat ja nichts anderes zu tun, als die Quotentussi im Einkaufsmeeting zu spielen. Muss ich als Mann also losgehen, und irgend eine Frau, gegen die ich ja meine Machtposition nicht ausspielen darf, zum Quotendasein verknacken? Damit sie „repräsentiert“ ist?
Wenn sie dazugehört, kann sie sich selbst stark machen, wenn sie zu schwach dafür ist und männliche Anleitung braucht, tja, sorry, aber dann gehört sie nicht dazu. Diese „Benimmregeln“ sind ja offensichtlich nichts anderes als sexistische Aufforderungen, Frauen als gesellschaftlich Behinderte zu behandeln.
Und deshalb geht das in dem Ton auch weiter.

Wenn ein Mann eine Frau unterbricht, steh für sie ein. Sage: "Hey, sie hat etwas gesagt."“

Also abgesehen davon, dass es bei uns eher die Frauen sind, die Männer nicht zu Wort kommen lassen, gilt auch hier: Braucht das Prinzesschen einen strahlenden Ritter? Muss sie am Patschhanderl genommen werden? Wenn bei uns die Konstruktion mit dem Verkauf und der Beschaffung im Meeting sitzt, sitzen da vier Männer und zwei Frauen drin, und alle beide wären zurecht beleidigt, wenn ich mit so einem blöden Sager („Oh hört, sie kann sprechen! Sogar ganze Sätze bilden!!“) daherkomme. Die können sich selbst beschützen, die wissen, wie sie sich behaupten. Deshalb sitzen sie auch in dem Meeting und räumen dort nicht nur das Geschirr rein und raus.

Bezeichne Frauen im beruflichen Kontext niemals als hysterisch.“

Ach, und wenn sie es sind? Als überstimuliert situationsinkohärent?

Berühr keine Frauen, die du nicht kennst – und ganz ehrlich: Wenn du das generelle Bedürfnis hast, irgendwelche Frauen anzufassen, frag dich, warum.“

Gibt es den Satz auch auf arabisch?
Wurde der auch mit der örtlichen Vertrauensperson der islamischen Glaubensgemeinschaft diskutiert? Oder kann man den gleich mal als islamophob stehen lassen?
Nein, keine Hetze, sondern Tatsache: Immerhin hat ein Imam erklärt, Vergewaltigung wie in Köln geht absolut in Ordnung, denn wenn sich Frauen unzüchtig bekleidet vor strammen Arabern zeigen, dann ist das, als würde man ein Stück rohes Fleisch vor ein hungriges Löwenrudel werfen. Das bei den Löwen die Weibchen jagen weiß der Islamkundige scheinbar nicht, aber was soll‘s, die glauben ja auch, die Erde wäre eine Scheibe und die Raumfahrt ein Märchen der Ungläubigen, was sie gerne auch über Satellitentelefon verbreiten.

Hast du das Gefühl, Frauen schulden dir etwas? Das tun sie nicht.“

Irrtum. Einige schulden mir schon seit ewig Geld. Aber das sehe ich eh nie wieder. Und eine ein paar Jahre meiner Lebenszeit. Aber die sind auch weg. So what.

Selbst wenn du meinst: "Hmm, und was ist mit grundsätzlichem Respekt?" Dann frage dich, ob du ihr denselben entgegenbringst.“

Was hat das mit Frauen zu tun, ihr sexistischen Schwachmatiker? Respekt muss man sich verdienen, und dann kann man ihn einfordern. Egal ob Mann oder Frau. Oder sonstwas.

Schicke einer Frau keine Bilder von deinem Penis. Es sei denn, sie hat darum gebeten.“

Echt? Die bitten bei euch darum? Also mich hat noch nie eine gebeten. Und ich schicke auch keine Bilder.
Als ich noch ungebunden war, haben ihn einige sehen wollen, aber die standen alle auf Natur und echt, mit anfassen und so, und sagten das auch nicht so sondern man hat einfach geflirtet und irgendwann, nach Stunden oder Wochen, das war individuell anpassbar, flachgelegt.
Bin ich froh, aus der analogen Zeit zu kommen, als man Sex noch mit Leuten und nicht mit Bildern gemacht hat! Ganz normal, hetero und mit viel Spaß, ohne jedes schlechte Gewissen. Ich beneide mich selbst um diese Zeit.

Erlaube dir keine Schlüsse über die Intelligenz von Frauen, ihre Fähigkeiten oder ihre Wünsche nur aufgrund ihrer Kleidung.“

So, liebe Fischkoppeinwickler, eines möchte ich euch noch in die Merkzeile als Kommentar klickern: Ihr seid sexistische, biologistische und schwer diskriminierende Armleuchter! Kein Wort zum richtigen Umgang mit Menschen der anderen 146 Geschlechter, mit biologischen Männern, die sich als Frauen fühlen und umgekehrt, oder als irgendwas anderes, was weiß ich. Ihr fokussiert euch auf billigen Geschlechterkampf im Rahmen des überholten patriarchalischen Konstrukts der biologischen Definition von Geschlecht.
Bei den angesprochenen Szenen scheint es sich um praktische Erfahrungen aus der eigenen Redaktionsstube zu handeln. Meine Fresse, muss es da rund gehen...

Zahle Frauen dasselbe Gehalt, das du Männern zahlst.“

Zahle ich. Denn der KV sieht nichts anderes vor, er lässt mir keinen Spielraum. Nur die Qualifikation und die Leistungseinstufung, und auch die sind vorgegeben und nicht von mir altem Sack mit hämischem patriarchalischem Hohnlachen extra als gläserne Decke gegen Frauen gezimmert worden.
Wer als HTL-Abgänger in die Konstruktion kommt, wird als Konstrukteur bezahlt. Das Geschlecht ist mir sowas von wurscht, wenn die Leistung passt.
Ich werde aber niemals einer Frau das gleiche zahlen wie einem Mann, wenn der Mann in 3D hochkomplexe Maschinen konstruiert und die Frau einmal in der Woche den Bildschirm an seinem PC abwischt. Und das gilt übrigens auch andersherum. Die biologischen Ausformungen zwischen den Beinen sind kein Qualifikationskriterium.

Deshalb von mir noch ein Tipp für „die Frauen“ zum richtigen Umgang mit „den Männern“:
Benehmt euch einfach ganz normal und setzt auf das, was ihr könnt, aber vergesst dieses dümmliche Opfer-Getue und dieses ständige Gejammere nach dem Mann, der euch verteidigt oder protegiert, damit ihr durch Schiebung das bekommt, was der Mann durch Mühen erreicht hat. Der beste Beweis sind die starken Frauen, die mit den gleichen Mühen weit gekommen sind; denen spuckt ihr ins Gesicht, wenn ihr fordert, dass das allen Frauen zusteht weil sie Frauen sind, was sich einige hart erkämpfen mussten.
Hört einfach auf damit.
Und wenn ihr zuwenig könnt, dann lernt.
Der prozentuelle Frauenanteil bei den Meisterprüfungen im Maschinenbau liegt im unteren einstelligen Bereich. Niemand steht euch im Weg außer ihr selbst!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Heute vor zweihundert Jahren

... (mithin am 18. Oktober 1817) starb einer der Komponisten der französischen Revolution — neben bspw. Gossec, und wie dieser »situationselastisch« in unterschiedlichen Regimes: Étienne-Nicholas Méhul. Über die ethische Qualität von Menschen mit Wetterfahnencharakter sei hier kein Wort verloren, nur über den kompositorischen Genius des Mannes, den man am eindrücklichsten wohl eher nicht in seinen Opern (obwohl er gerade ihretwegen berühmt wurde), sondern in seinen Symphonien erfährt, die sich in ganz wenigen Jahren — die fünf entstanden von 1808 bis 1810, wobei ich von der fünften leider überhaupt keine Aufnahme auf Youtube fand, und auch von der 3. Symphonie existiert online nur ein kurzer Zusammenschnitt — seiner Schaffensperiode zusammendrängen :




Das bemühte, mal »weihevolle«, mal revolutionäre Pathos, wie bspw. im »Chant National« oder »Chant du départ« verblaßt hingegen neben den bis heute lebendigen Klängen der Marseillaise — die bekanntlich ein Hobby-Texter & -Komponist in einer Nacht zusammengeschustert hatte ...

Ein leicht sarkastisches Lächeln kann man sich schwer verkneifen, wenn man über das Opernschaffen von Méhul auf Wikipedia hektisch-bemühte Worte wie diese liest:
Méhul wurde vor allem durch seine mehr als vierzig Opern bekannt, von denen Joseph in Ägypten auch gegenwärtig noch aufgeführt wird; Carl Maria von Weber leitete eine Aufführung des Werkes 1817 anlässlich der Gründung der deutschen Hofoper in Dresden. Die bekannteste Melodie aus dieser Oper, die Romanze des Joseph A peine au sortir de l'enfance (dt. Ich war ein Jüngling noch an Jahren) wurde fälschlich als Vorlage für das Horst-Wessel-Lied ausgegeben, dieses geht jedoch vermutlich auf das deutsche Bänkellied Ich lebte einst im deutschen Vaterlande zurück.
Nun, möge jeder Leser selbst beurteilen, ob besagte Romanze des Joseph »fälschlich« oder zurecht als Vorlage für ein Lied ausgegeben wurde — das eigentlich keiner kennen kann, da das Absingen desselben unter Strafandrohung verboten ist. LePenseur sieht sich dazu nicht imstande, wohl aber kann er dem Gedanken, daß revolutionäres Pathos von links, und Randale von »rechts« offenbar in ziemlich harmonischem Gleichklang tönen, etwas abgewinnen — und auch dies ist durchaus eine Lehre, die aus der Musikgeschichte zu ziehen, nicht vergebliche Mühe ist ...

Richard von Schaukal: ein Zitat (3)

»Eure Rede sei Ja – ja! Nein – nein! Was darüber ist, ist von Übel.« Die Weisheit und die Wahrhaftigkeit der Sprache, des Mittels, Gedachtes zum verständlichen Ausdruck zu bringen, sind in diesen ewigen Worten des größten Lehrers der unbelehrbaren Menschheit besiegelt. Wie hoch stände das vernunftbegabte Geschöpf, das an Un- vernunft seinesgleichen sucht, unter den andern der Not und der Notdurft gehorchenden irdischen Wesen, wenn es die menschlichste aller göttlichen Vorschriften unverbrüchlich zu befolgen gelernt hätte! Wahrlich, alles Übel in der Welt geht vom Wort aus, seinem Mißbrauch, seiner Vergeudung. Alle Lüge stammt aus dem die Grenzen seines Zweck-gebrauchs überschreitenden Wort. Seht euch um auf allen Gebieten eurer Tätigkeit, schaffende Erdenbürger: im Verkehr der Völker wie dem der einzelnen, im Erwerbs-leben, in der Verwaltung, in der Geschichtsschreibung, der Rechtsprechung, der Erziehung, der Lehre herrscht das üble, das verderbliche Übermaß des Wortes, die Wortemacherei, das Geschwätz.
 (»Von unsichtbaren Königreich«) 

Linker Humor

von Fragolin

Hahaha wie lustig, die „Satiriker“ von der „Titanic“ sind endlich auf Böhmermann-Niveau angekommen. Und rufen unter dem Deckmantel der „Satire“ zum Mord am „Baby-Hitler“ Sebastian Kurz auf.



Ja, so geht linker Humor. Man erklärt jeden, der einem nicht zu 100% zu Gesicht steht, zum Ungläubigen, äh, zum Nazi, und erklärt ihn zum lebensunwerten Freiwild. Und unter „Hitler“ geht da eh nix mehr, die sind schon auf dem argumentativen Kellerboden aufgeschlagen und beißen sich jetzt am Estrich die Zähne aus.

Nur mal so ein Gedankenspiel:
Die gleiche Hetze auf einem Bild von Merkel: „Endlich möglich: Alte Ossi-Schachtel abschießen!“
Oder doch Claudia Roth? „Endlich möglich: Heulboje abknallen!“
Vielleicht aber auch das Bild einer Moschee? „Endlich möglich: Islamistenbrutstätten eliminieren!“
Na, ist das Satire?
Wer jetzt noch die Frage mit „Ja“ beantworten kann, kann sich zurücklehnen.
Wer nicht, sollte sich fragen, warum bei einem solchen verhetzenden Hass-Getwittere die Amadeu-Antonio-Stiftung schweigt.

Übrigens, liebe „Titanic“-Hetzer, die ihr euch für Satiriker haltet, nur weil unter diesem Deckmantel jede linke Hetze verkauft werden darf: Satire ist zwar immer Provokation, aber Provokation ist nicht immer Satire. Manchmal ist sie einfach nur billige Hetze. Satire mit Niveau, das wäre ein Bild, was das Subjekt der Lächerlichkeit preisgibt, Kurz verschaukelt, ihn auf Silberstein-Niveau als Baby auf Schüssels Arm zeigt, ja, das ist Satire.

Satire, das ist etwas, was mit Scherz, Ironie und tieferer Bedeutung einhergeht und nicht auf dem Grabbeltisch der Geschmacklosigkeiten einfach als Bodensatz unten ausflockt. Ihr seid keine Satiriker, nur weil ihr im übertragenen Sinne Haken- und Fadenkreuze an Hauswände schmiert, denn da bewegt ihr euch auf dem gleichen Niveau wie Leute, die Schweineblut auf Moschee-Baustellen kippen. Ach was, die sind sogar noch lustiger, weil sie niemanden körperlich gefährden.

Wer Aufruf zum Mord als Schenkelklopfer sieht ist auf einem geistigen Niveau unterwegs, wo man sich über Besachwaltung ernsthaft Gedanken machen müsste. Das ist die mentale Ebene von Hinterhofglatzen, die sich bei einem echten doitschen Bier in der Stammkneipe gegenseitig ausmalen, wie lustig es wäre, sowas wie Merkel oder Schulz mit dem Baseballschläger in die Gosse zu prügeln.

Naja, wer sich auf diesem Niveau geistiger Pantoffeltierchen wohl fühlt, wird wohl weiter dieses linksbedruckte Klopapier kaufen und sich freuen, wenn dort linksextreme Hetze auf den nächsten G20-Gipfel vorbereitet. Was zu dem Rückschluss führt: Wer sowas jetzt noch kauft, ist einfach krank im Hirn. Sorry, aber einen anderen Schluss kann ich nicht ziehen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Am 17. Oktober 1727

... (mithin heute vor 290 Jahren) gelangte die

TRAUER-ODE
auf das Ableben
Ihrer Majestät der Königin in Polen
und Kurfürstin zu Sachsen,  Frauen
Christianen  Eberhardinen


auf Worte des Johann Christoph Gottsched, nachmaligem außerordentlichem Professor für Poetik und darnach ordentlichem Professor der Logik und Metaphysik an der Universität zu Leipzig, als Kantate in Musik gesetzet von Johann Sebastian Bach (BWV 198), Kantor zu St. Thomas, ebendort:


Laß, Fürstin! laß noch einen Strahl
Aus Salems Stern-Gewölben schießen,
Und sieh, wie viel hier Tränen fließen,
Und sieh Dein hohes Ehrenmahl!
Dein Sachsen, Dein bestürztes Meißen,
Erstaunt bei Deiner Toten-Gruft;
Das Auge tränt, die Zunge ruft:
Mein Schmerz muß unaussprechlich heißen.

Hier klagt August, der Prinz, das Land,
Der Adel ächzt, der Bürger trauert,
Wie hat Dich nicht das Volk bedauert,
Sobald es Deinen Fall empfand?
Verstummt! verstummt ihr holden Saiten!
Kein Ton vermag der Länder Not,
Um ihrer teuren Mutter Tod,
O Schmerzens-Wort! recht anzudeuten.

Der Glocken bebendes Getön,
Soll der betrübten Seelen Schrecken,
Durch ihr geschwungnes Erz entdecken,
Und uns durch Mark und Adern gehn.
O könnte nur ihr banges Klingen,
Davon das Ohr uns täglich gellt,
Der ganzen Europäer-Welt,
Ein Zeugnis unsers Jammers bringen!

Wie starb die Heldin so vergnügt!
Wie mutig hat Ihr Geist gerungen,
Bis Sie des Todes Arm bezwungen,
Noch eh er Ihre Brust besiegt.
Ihr Leben ließ die Kunst zu sterben
In unverrückter Übung sehn:
Unmöglich konnt’ es dann geschehn,
Sich vor dem Tode zu entfärben.

Ach selig! wessen großer Geist,
Sich über die Natur erhebet,
Vor Gruft und Särgen nicht erbebet,
Wenn ihn sein Schöpfer scheiden heißt.
An Dir, Du Muster großer Frauen,
An Dir, erhabne Königin,
An Dir, Du Glaubens-Pflegerin,
War dieser Großmut Bild zu schauen.

Der Ewigkeit saphir’nes Haus
Zieht Deiner heitern Augen Blicke,
Von der verschmähten Welt zurücke,
Und tilgt der Erden Denkbild aus.
Dein heller Glanz, gleicht hundert Sonnen,
Ein Licht das unsern Tag zur Nacht
Und unsre Sonne finster macht,
Hat Dein verklärtes Haupt gewonnen.

Was Wunder ist’s? Du bist es wert,
Du Fürbild aller Königinnen!
Du mußtest allen Schmuck gewinnen,
Der Deine Scheitel itzt verklärt.
Nun stehst Du vor des Lammes Throne,
Verschmähst des Purpurs Eitelkeit
Vor Deiner Unschuld Perlen-Kleid,
Und spottest der verlaß’nen Krone.

So weit der volle Weichsel-Strand,
Der Niester und die Warthe fließet,
So weit sich Elb und Muld ergießet,
Erhebt dich beides Stadt und Land.
Dein Thorgau geht im Trauer-Kleide,
Dein Pretzsch wird kraftlos, starr und matt;
Denn da es Dich verloren hat,
Verliert es seiner Augen Weide.

Doch Königin! Du stirbest nicht,
Man weiß was man an Dir besessen,
Die Nachwelt wird Dich nicht vergessen,
Bis dieser Weltbau einst zerbricht.
Ihr Dichter, schreibt! wir wollen’s lesen:
Sie ist der Tugend Eigentum,
Der Untertanen Lust und Ruhm,
Der Königinnen Preis gewesen.


Soloists:
Soprano: Ingrid Schmithüsen
Alto: Charles Brett
Tenor: Howard Crook
Bass: Peter Kooy
Performed by La Chapelle Royale under the direction of Philippe Herreweghe. Recorded by Harmonia Mundi France in 1988.


Part I.
1. Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl (Chorus)
2. Dein Sachsen, dein bestürztes Meißen (Recitative: S) 05:58
3. Verstummt, verstummt, ihr holden Saiten! (Aria: S) 07:08
4. Der Glocken bebendes Getön (Recitative: A) 11:00
5. Wie starb die Heldin so vergnügt! (Aria: A) 11:58
6. Ihr Leben ließ die Kunst zu sterben (Recitative: T) 19:21
7. An dir, du Fürbild großer Frauen (Chorus) 20:29

Part II.
8. Der Ewigkeit saphirnes Haus (Aria: T) 22:37
9. Was Wunder ists? Du bist es wert (Recitative: B) 26:43
10. Doch, Königin! du stirbest nicht (Chorus) 29:11


The Trauerode BWV 198 occupies a special place among Bach's secular cantatas. It is at once his only surviving secular music of mourning and the only extant cantata that he contributed to an official university ceremony. The work's genesis is unusually well documented. The Electress of Saxony Christiane Eberhardine had died suddenly on 5 September 1727 at the age of fifty-six. She was highly respected in Saxony for resisting the pressure of the court to embrace the Roman Catholic faith which her husband had adopted in 1697 in order to become eligible as king of Poland. Since that time she had lived in retirement in the castle of Pretzsch on the Elbe. The ceremony planned by Leipzig University for 17 October was thus a political event of the first order. It would appear that the president of the Leipzig Deutsche Gesellschaft, Johann Christoph Gottsched, was the prime mover behind the event; but he clearly did not want to adopt too prominent a position with respect to the Saxon court, and therefore entrusted an aristocratic student from his circle, Hans Carl von Kirchbach, with the preparations for the ceremony, while he himself contributed the text for a large-scale mourning ode.

Kirchbach commissioned a setting of Gottsched's poem from Bach, as the highest-ranking musician in the city, thereby passing over the figure who by rights should have received it, the university's music director Johann Gottlieb Görner. Once the project became known, Görner immediately lodged a protest with the university authorities, demanding that the commission be withdrawn from Bach and given to him instead. Although he had the university on his side, Görner was finally defeated by the obstinacy of Kirchbach - who threatened to call the whole event off - and had to be content with a compensatory payment. In the meantime, Bach had already pressed ahead with his setting of Gottsched's ode. The end of the autograph score is dated 15 October, which means that the ten-movement work was finished just two days before the performance. The (now lost) parts must therefore have been copied out in the greatest of haste.

The ceremony began at nine o'clock in the morning with a solemn procession of the town council and university professors from the Nikolaikirche to the Paulinerkirche, where Kirchbach pronounced his eulogy in memory of the Electress, framed by Bach's music. Since the ceremony took place during the Leipzig Michaelmas Fair, it was attended, as a contemporary account tells us, by 'many personalities, princes, and other persons of high rank, Saxon and foreign ministers, chevaliers from the court and elsewhere, along with numerous ladies'. After the guests had taken their seats in the church, the university beadles distributed the printed text of the music, the first part of which commenced immediately. The Leipzig chronicler Ernst Christoph Sicul reports that Bach had composed his music 'in the Italian style, with Clave di Cembalo, which Mr. Bach himself played, organ, viola da gamba, lutes, violins, recorders, transverse flutes, &c.'.

Bach was well aware of the significance of this solemn occasion, for he provided it with music of matchless splendor. In order to realize his musical conception of a grandiose funeral cantata after the Italian model, he began by modifying the regular organization of Gottsched's poem - the stanzas were split up and regrouped to enable them to be set as choruses, recitatives, and arias. The scoring of the work, too, is exceptionally delicate. The standard orchestra of transverse flutes, oboes d'amore and strings was expanded to include two violas da gamba and two lutes, which give the work its distinctive sound, at once somber and silvery.
(Peter Wollny)

Hummel

Sein Trompetenkonzert kennt man ja — ein Glanzstück für alle Virtuosen — und wenn man boshaft wäre, möchte man es fast für einen gefälligen musikalischen Spaß von W.A. Mozart halten ...


Gleiches läßt sich von seinem überaus charmanten, doch ungleich weniger bekannten Fagottkonzert (mit Bravour vom jungen Fagottisten Mathis Kaspar Stier gemeistert!) sagen:


Doch war dieser Hummel wirklich bloß ein spätgeborener Mozart-Klon? In seinen Frühwerken wohl schon — aber hören Sie einmal sein 2. Klavierkonzert:


Da weht — bei aller »Wiener Klassik« — schon ein deutlich »romantischeres« Lüftchen durch das Orchester! Mozart goes Chopin, sozusagen (auch das Klavierkonzert in a-moll op. 85 weist schon ein wenig in diese Richtung) ...

Hummel ist der Mann »zwischen den Generationen«, eine Position, die zur Zeit seines Lebens ihm manche Vorteile verschaffte, ihm damit posthum aber den Ruhm verhagelte. War er zu Lebzeiten der auf dem sicheren Fundament der Klassiker ruhende Meister, der sein darob begeistertes Publikum mit einigen, mit leichter Hand hingeworfenen Vorgriffen auf die (damalige) Zukunft in Bewunderung und Staunen versetzen konnte, so ist nun der Epigone, der sich den Durchbruch zu wirklich Neuem nicht ganz traute. Und doch brachte uns diese gönnerhafte Geringschätzung gegenüber seinen »größeren« Komponistenkollegen um viel Hörvergnügen, nein, mehr noch: um manch echte Schätze der Musik! Wie bspw. um das Klavierquintett in es-moll op. 87:


Oder um Hummels beschwingt-energisches Klaviertrio op. 93:


Heute vor 180 Jahren, am 17. Oktober 1837, ist Johann Nepomuk Hummel zu Weimar verstorben, wo er seit 1819 als Hofkapellmeister des Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach wirkte (und auch Musiklehrer der jungen Prinzessin Augusta, späterer Königin von Preußen und Deutscher Kaiserin, war).

False flag?

Wir Ösis sind ja schon gestählt durch den letzten Wahlkampf: daß das, was im Internet kursiert, nicht unbedingt von dem stammen muß, von dem es angeblich stammen soll, ist uns nicht mehr neu (nur den ca. 27 Prozent, welche diese Verbrecherpartei gewählt haben — oder es ist ihnen einfach legal-illegal-scheißegal ...). Nun tauchen auch zu den Vorgängen in Las Vegas interessante Details auf:
False Flag-Operationen haben gemein, dass sich das transportierte Narrativ im Laufe der Zeit ändern muss, da immer wieder neue Erkenntnisse auftauchen, die nicht mit der offiziellen Version in Einklang zu bringen sind.
Auch Las Vegas bildet hier keine Ausnahme. Nachdem die Polizei bereits den Attentats-vorgang abgeändert hat und dadurch noch mehr Fragen bei Menschen aufwarf, die die offizielle Berichterstattung nicht unhinterfragt hinnehmen wollen, kommt nun eine neue Dimension hinzu.
Der Schlußsatz des kurzen Artikels ist freilich ein Knüller:
... die jetzigen „Anpassungen und Gegebenheiten“ im Falle Las Vegas lassen immer mehr Stimmen laut werden, die davon ausgehen, dass das Attentat eine False Flag- Operation oder eine schief gelaufene Psy-Op der Geheimdienste war – inklusive mehrerer Schützen. Mit dem Ziel schärfere Waffengesetze einführen zu können.
Wenn man das im Kontext eines Artikels auf LewRockwell liest, in dem über die nach wie vor nicht veröffentlichten, sondern in geheimen Dossiers verschlossen gehaltenen Vorgänge um die Ermordung von J.F.K. und zu den vielen Versuchen zur Ermordung von Castro u.a. folgendes berichtet wird:
In 1961, Cuban exiles, with the backing of Kennedy and the US government, tried to overthrow Castro in the Bay of Pigs debacle. The plan was to assassinate Fidel and Raúl Castro along with Che Guevara. On the day President Kennedy was assassinated in 1963, an agent was sent on a mission to kill Castro.
Yet the plotting against Castro was carried out under four US presidents, and only Kennedy was murdered.
Previously released CIA files show the Agency was, incredibly, in league with the Mafia in plotting some of the 600 attempts on Castro’s life.
One file even indicates Robert Kennedy saying he was “angry” when he found out. But he didn’t call a halt to this unholy alliance.
Wie geradezu harmlos muten angesichts solcher Sittenbilder von Staatsverbrechern in unseren ach so vorbildlichen »Demokratien« die paternalistisch beschwichtigenden Worte von Reichskanzler Fürst Bismarck an, der bekanntlich meinte:
Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.
Damals waren eben offenkundig Zeiten, in denen Leute noch gut schlafen konnten ...


Die Nutzlosen

von Fragolin

Das leise Singen eines Schleifsteines hallt durch die Flure der Grünen, die sich wohl bald in einem Kleinbüro zusammenkuscheln müssen, wenn erstmal die Millioneneinnahmen aus Parteienförderung und Klubförderung ausbleiben und fast vier Millionen für die Schulden aus der Wahlfinanzierung zusammengekratzt werden müssen, und es ist der Schleifstein der die Schneide der Guillotine schärft, bevor das Große Kopferollen beginnt. Vereinzelt ist auch ein hartes Kratzen zu hören und unter dem Hintern diverser Bundesvorstandsmitglieder bilden sich kleine Häufchen von Sägespänen neben den Sesselbeinen.

Man hat sich überhoben. Das kommt eben davon, wenn man überheblich ist. Immerhin hat man einen Bundespräsidenten installiert und glaubte sich damit unbesiegbar, und hat nicht eine Sekunde begriffen, dass der nicht etwa gewählt wurde, weil er ein Grüner ist, sondern weil er es erstaunlich erfolgreich geschafft hat, den Blau-Verhinderern vorzugaukeln, eigentlich überhaupt nie richtig ein Grüner gewesen zu sein.

Ausgerechnet Ulrike Lunacek kurz vor der eurokratischen Mumifizierung nochmal aus der Brüsseler Nekropole auszugraben und als strahlende Erneuerung zu präsentieren, und das nach der Implosion des intriganten Innenlebens um die Karawankenmamba, ließ selbst hartgesottene Grünwähler den Kopf schütteln; zu sehr ergab sich das Bild einer personell ausgebluteten Versagertruppe. Alles roch nur noch nach feministischer Nabelschau, aber nirgends kam mehr ein Problem zur Sprache, das die Menschen in der alltäglichen Lebensrealität bewegt. Binnen-I und Diversitätsjubel angesichts explodierender Mieten, einer krachenden Wirtschaft, Migrationskrise und Kriminalitätsexplosion locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Und wenn diese Inhaltsleere auch noch von einer abgehalfterten wie -gehobenen Eurokratin präsentiert wird, die vor laufenden Kameras argumentatorische Inkompetenz mit weinerlichem Prinzessinnengehabe auslebt, dann ist der Absturz vorprogrammiert.

Und sie kapiert es nicht. Typisch Feministin, die zwar von selbst nichts auf die Reihe bekommt aber davon überzeugt ist, einfach dadurch bereits überragend zu sein, weil sie, um es mal mit den Monty Pythons zu sagen, eine Mumu hat. Nach oben getragen nicht durch Kompetenz sondern parteiinterne Intriganz und Quotenforderung, bekommt sie einmal im Leben eine wirklich herausfordernde Aufgabe übertragen, bei der sie erwartungsgemäß die Karre an die Wand knallt, nur um dann festzustellen, dass – na, wer hat es erraten? Richtig – ein Mann daran schuld ist! Und deshalb hat sie noch am Wahlabend nach dem weiblichen Heulkrampf begonnen, typisch feministisch gegen Peter Pilz anzugiften, der natürlich die volle Verantwortung für das eigene Versagen trägt. Ohne irgend einen Mann, der für sie verantwortlich ist, kommen die Feminazissen eben nirgends aus.

Und so werden die Messer gewetzt und erste Stuhlbeine angesägt, während der bereits vom Präsidentenwahlkampf und jetzt noch viel höher verschuldete Inkompetenzhaufen in Schockstarre liegt. Vollkommen planlos, weil die Fähigkeit zur Reflektion schon lange im unermesslichen Mittelmeer ihrer moralischen Überheblichkeit und Fehleinschätzung der eigenen Inkompetenz jämmerlich ersoffen ist. Lunacek wird sich heulend nach Brüssel zurückschleichen und den Schrotthaufen hinter sich lassen; dort kann sie dann die Schuld des Verräters beweinen und über den üblen „Rechtsruck“ in Österreich beschweren. Zurück in ihrer Filterblase kann sie sich wenigstens voll und ganz der Pflege ihrer Realitätsverweigerung widmen. Aus dem Alter, noch lernfähig zu sein, ist sie sehr wahrscheinlich heraus.

Nachdem die grünen Genderistinnen ihre eigene Parteijugend zu den Kommunisten getrieben und den alten Rest an realitätsbezogenen Mitgliedern rausgeekelt haben, bleibt ein zerstrittener stutenbissiger Haufen übrig, der sich überlegen sollte, seine Bundesorganisation einfach aufzulassen. Mit dem verbliebenen Bodensatz wird das nichts mehr.
Sollen sie einen Verlag gründen und Märchenbücher gendern. Sowas kauft zwar keine Sau, aber irgendwer in irgendeinem Amt wird sich noch finden, der das üppig mit Steuergeld fördert. Und ob das Ergebnis ihrer Arbeit irgend einen Nutzen hat, ist eine Frage, die sie sowieso nicht gewohnt sind.

Montag, 16. Oktober 2017

Was keiner wagt ...


Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein!
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!

Ein Gedicht von Walter Flex. Der heute vor hundert Jahren, am 16. Oktober 1917, auf der Insel Ösel gefallen ist.

Kern macht den Adenauer

»Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern«

Wie tönte unsere Pizza-Prinzessin bei ihrem Busenfreund im Rotfunk vor sechs Wochen?
Wenn er Zweiter werde, gehe er in Opposition. Und eine rot-blaue Koalition sei Lichtjahre entfernt. Mit diesen beiden Aussagen wartete SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern am Montagabend im ORF-Sommer-gespräch auf. Zwei klare Botschaften, mit denen Kern sechs Wochen vor der Nationalratswahl noch das Steuer herumreißen möchte.“
Tja, das liest sich nur einen Tag nach der Wahl anders ...
Tja, vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl ...

Richard von Schaukal: ein Zitat (2)


Symptomatisch für die Kultur der Gegenwart
ist die Vervollkommnung der Surrogate.


Wahlsieger

von Fragolin

Was haben wir gelernt aus dieser Wahl?
Es interessiert den Wähler nicht, mit welchen Mitteln eine Partei arbeitet, mit welcher Niedertracht und krimineller Energie, mit welcher interner Blödheit und Intriganz, mit welchen dubiosen Gestalten sie sich ins Bett legt und was für Dreck sie um sich wirft. Auch Inhalte spielen keine große Rolle, denn bis auf die drei immer gleichen Stehsätze kam von den Kandidaten genau gar nichts. Nein, es geht eigentlich nur darum, ob der Spitzenkandidat den Leuten genug gefällt, sympathisch und emotional ansprechend ist, das genügt in postfaktischen Zeiten.

Anders ist das Ergebnis der SPÖ nicht mehr zu erklären, die maximal einen Einser vor ihrem Ergebnis stehen haben müsste, wenn man nicht von der erschreckenden Vermutung ausgehen will, dass ein Viertel der Österreicher skrupellose Armleuchter sind, die einen persönlichen Vorteil von einer Regierung der Klientelbeschenkung haben und dafür egal welchen Kriminellen wählen würden, Hauptsache es klingelt in ihrer Kasse.

Bei der Frage, ob so viele Landsleute einfach Idioten sind, die nix überzuckern, oder berechnende gemeine Armleuchter, denen für persönlichen Vorteil egal ist, ob das Land vor die Hunde geht, klingt die erste Antwort zumindest tröstlicher. Aber die Lehren, die Parteien aus diesem Wahlkampf und dem Ausbleiben einer Wählerreaktion darauf ziehen können, dürften sich auf kommende Wahlschlachten nicht unbedingt qualitätssteigernd auswirken.

Der eigentliche Wahlsieger heißt Tal Silberstein.
Widerlich.

Fake News

von Fragolin

Nachdem es nur Schweigen in den Medien zu den nächtlichen Verwüstungen der Verlagsstände der „Rechten Verlage“ auf der Frankfurter Buchmesse gab, wabert jetzt aber ein Riesenskandal durch die deutschen Medien, weil es angeblich zu brutalen Übergriffen von Neonazis auf einen armen vorbeigehenden Linken gekommen sei.

Die Wahrheit hat dankenswerterweise Hadmut Danisch auf seinem Blog aufgedeckt: Der Linke wollte in eine Lesung stürmen und wurde von der Polizei überwältigt, die diese Veranstaltung vor genau solchen offenbar latent aggressiven und gewalttätigen Toleranzfaschisten beschützen muss. Es gibt sogar ein Video davon. Es lebe das Smartphone, das immer mehr Lügen aufdeckt.
Aber bezeichnend ist die weiterhin erfolgende mediale Dauertrommlung dieser Fake News eines verlogenen linken Gewalttäters in den Systemmedien. Man ist sowas von geil auf bad news about the right-wings, dass man auf jede Recherche, jede Reflexion, jedes Denken verzichtet und geifert und hetzt hasszerfressen jede Lüge durch. Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Die Systemparteien haben sich konsolidiert

Es war eine Wahl, wie wir sie — mutatis mutandis — bereits vor ein paar Wochen in Deutschland erlebten: in manchem ein wenig weniger kurios im Ergebnis, in manchem jedoch noch kurioser. Insgesamt jedoch für jeden Freund von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit alles andere als erfreulich ...

Doch fangen wir bei den wenigen erfreulichen Punkten des heutigen Wahlausganges (sofern er nicht von Magic Christian noch durch das systemisch betrugslastige Wahlkartensystem in einen kleinen Sieg umgefälscht werden kann):

1. immerhin sind mehr als ein Viertel der Wähler bereits aufgewacht. Das ist immerhin schon eine signifikante Zahl — und der etwas gallige Hinweis von Generalsekretär Kickl, daß bei Mitrechnung der ÖVP-Stimmen, die schließlich für ein weitgehend von der FPÖ abgekupfertes Wahlprogramm erzielt werden konnten, die Zahl der Aufgewachten sich den 60% der Wählerschaft nähert, hat inhaltlich auch seine Berechtigung. Der Rest freilich dämmert noch dahin. Was bei über 40% der Wählerschaft auch nicht gerade beruhigend stimmt.

2. Daß die Grünen, so wie's momentan aussieht, endlich aus dem Parlament fliegen, wäre zwar erfreulich, wird aber durch den Umstand, daß die Partei eines zwielichtigen, linksextremistischen Egomanen (und Ex-Grünen) dafür in den Nationalrat einzieht, mehr als getrübt. Die sprichwörtliche »Melonenpartei« (außen grün, innen rot) wäre damit geschält — aber der tiefrote Rest säße nach wie vor im Parlament. Meine Begeisterung (und wohl nicht bloß meine!) darüber hielte sich in Grenzen.

3. Daß die pinke Truppe um den NLP-Spezialisten Strolz durch ihren fast selbstverleugnenden Kotau vor der abgehalfterten Ex-»Spitzenjuristin« Griss praktisch nichts gewonnen hat, erheitert zwar, aber auch nur mäßig — gibt aber zur Hoffnung Anlaß, daß dieses Zeitgeist-Trüppchen vielleicht bei der nächsten Wahl dann doch wieder aus dem Parlament fliegt.

Und damit wären auch die kleinsten Reste von Erfreulichkeit dieses Wahlergebnisses seziert. Denn alles andere reicht von unerfreulich bis schlicht und einfach: skandalös.

Eine Partei wie die SPÖ, die sich ungeniert des gezielten Rufmordes als Wahlkampfmittel bediente, wird von den Wählern nicht abgestraft, sondern landet (sofern Magic Christian, s.o., nicht greift!) auf demselben Stand wie vor vier Jahren. Man kann demnach davon ausgehen, daß mehr als ein Viertel der österreichischen Wähler keinerlei Problem damit haben, eine Partei zu wählen, die sich mit kriminellen Machenschaften — koste es, was es wolle — an der Macht halten möchte. Ein Sittenbild enthüllt sich unseren Augen! 

Daß fast ein Drittel der Wähler einem dem damaligen Chef gegenüber höchst illoyal agierenden Ankündigungspolitiker und Plagiator auf den Leim gegangen sind, läßt das Vertrauen in die Weitsicht der Wählerschaft nicht gerade steigen. Was erwarten die jetzt eigentlich? Daß der smarte  Ankündigungspolitiker Kurz auf einmal wirklich etwas macht — was ihn vielleicht Polularität kosten könnte? Und selbst wenn er es versuchen wollte: er wäre angesichts der mächtigen Hintermänner in der ÖVP politisch schneller tot, als er bis drei zählen könnte!

Es darf nicht vergessen werden, daß der ÖVP-Filz in Bünden, Ländern und Kammern zwar vor der Wahl Kreide gefressen hat, weil diese Apparatschiks genau wußten, daß sie mit einem Aufbegehren gegen Kurz vor der Wahl Selbstmord mit Anlauf begehen würden — aber nach der Wahl sieht die Welt, dank eines stattlichen Wahlergebnisses, schon wieder anders aus! Dann werden sich die alten Seilschaften wieder zu Wort melden, und Kurz (ob er es will, oder nicht, ob er es jetzt schon weiß, oder nicht ...) zu »überreden« wissen, daß eine weitere Koalition mit einem »vernünftigen« Partner, wie bspw. dem Doskozil von der SPÖ doch viiiiel vernünftiger und erfolgversprechender ist, als eine riskante Koalition mit der FPÖ. Und der Hofbürger wird dem kleinen Basti auch ganz großväterlich ins Gewissen reden, wollen wir wetten ...?

Man kann also — und hier begebe ich mich auf das ungeliebte Terrain des Propheten, der (wenn er rechtbehält) wie Kassandra gehaßt, oder (wenn durch kommende Ereignisse widerlegt) verhöhnt wird — davon ausgehen, daß das Rot-Schwarze Gewurschtel durch ein Schwarz-Rotes ebensolches ersetzt wird. Denn daß Kurz in den Koalitionsverhandlungen wirklich an die FPÖ große Konzessionen — wie z.B.: eine starke direkte Demokratie, ORF-Privatisierung und Abschaffung der ORF-Gebühren, Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern, Abstriche bei Sozialleistungen an Migranten, etc. — macht (d.h.: wird machen dürfen!), wäre wohl eher unrealistisch. Ohne solche Konzessionen wäre freilich die FPÖ gut beraten, den Drang nach Pöstchen noch zu bezähmen, und lieber aus der Opposition die einander bald (wie zuvor) durch taktische Spielchen kannibalisierenden GroKo-Zwillinge beim Untergang zu beobachten.

Der FPÖ ist jetzt überhaupt Vorsicht anzuraten: denn es ist durchaus denkbar, daß die politischen Drahtzieher in der EU und jenseits des Atlantik jetzt eine gezielte Falle stellen wollen: zunächst (Schein-)Konzessionen der ÖVP an die FPÖ in Richtung auf mehr Freiheit, Re-Nationalisierung der Kompetenzen weg vom Moloch Brüssel, Eindämmung der Invasorenhorden aus Süd und Ost — und dann, leider, leider: geht halt alles nicht, weil da die EU-»Partner« nicht zustimmen wollen, weil dort ein Stirnrunzeln aus Washington ernstgenommen werden sollte, weil — Überraschung! — auf einmal eine europaweite Medienkampagne läuft gegen den ... — ach, ist doch piepegal gegen wen, Hauptsache: einer von diesen FPÖlern wird angepatzt! Und nochmal ein paar profitable Jahre für die Systemlinge herausgeschunden ...

Nein, defintiv: Wahlen waren schon einmal ein erfreulicheres Thema für Kommentare. In Zeiten von Big Data, allgegenwärtiger Bespitzelung, Bevormundung und Gängelung, immer höherer Abgaben (die jegliche wirtschaftliche Freiheit der Bürger zur Farce machen!) und einer weltweit vernetzten Polit-Mafia, die sich durch Demokratie-Simulation an der Macht behaupten kann, ist das alles nicht mehr wirklich lustig. Vor allem, wenn ein Ausweg aus der Malaise wohl nur durch Bürgerkriege gefunden werden könnte.

Die DDRler hatten's damals leichter: ihr Staat kollabierte fast widerstandslos — und ein über Deutschland sturmfreies Zyklon-Auge der Weltpolitik ermöglichte einen friedlichen Übergang. Es wäre vermessen, in einem Menschenleben solche historische Zufälligkeiten zweimal zu erhoffen. Und selbst wenn — an welchen »großen Bruder« sollte sich Österreich denn anschließen? Und wäre das überhaupt wünschenswert ...?

Fürwahr: wir leben in interessanten Zeiten. Und Kenner chinesischer Sprichwörter wissen, was das heißt ...

Solidarprinzip

von Fragolin

Da plärren die Sozen nach einer Maschinensteuer, denn immer wenn ein Automat die Arbeit eines Menschen ersetzt, will der Staat nicht auf seine Einnahmen verzichten. Aber kaum sagt man ihnen, dass die Leistung dieses Automaten auch von irgendwem bezahlt werden muss und das üblicherweise in der Privatwirtschaft jenseits von Weichen und Bahnsteigen immer der Kunde und nur der Kunde allein ist, toben sie los, dass der Kunde aber niemals für eine erbrachte Dienstleistung, auch am Automaten, zur Kasse gebeten werden darf. Denn für den Kunden muss alles gratis sein.

Und was passiert dann?
Richtig, die Vereinigten Sozialisten von Rot, Blau und Grün bestimmen per Gesetz, dass die Inanspruchnahme einer Dienstleistung wie der Bargeldabhebung an einem Automaten eines Drittanbieters grundsätzlich von der Bank bezahlt werden muss. Um es für unsere Prinzessin klar zu machen: Wenn ich als Kunde eine Ware von einem Händler bestelle, hat die Post die Dienstleistung des Transportes entweder gratis zu erledigen oder das Porto allein dem Händler zu verrechnen, der das aber nicht an den Kunden weitergeben darf. Was wird der Händler machen? Er wird das Risiko der Versandkosten eben auf alle Preise und damit alle Kunden aufteilen.

Und so wird des Sozialisten Höschen wieder feucht vor Freude, denn es passiert das, was sie bei anderen ja so kritisieren aber selbst anstreben: die Sozialisation der Kosten. Damit jener Kreis an Kunden, der solche Automaten nutzt, mit dem Gefühl, seine Interessen wären der Politik ein Herzensanliegen, die von ihm selbst angeforderte Dienstleistung gratis nutzen darf (Personifizierung des Nutzens), müssen alle, auch jene, die diese Dienstleistung nicht nutzen, dafür zur Kasse gebeten werden (Sozialisation der Kosten). Alle Bankkunden zahlen. Auch die, die nichts davon haben. Linkes „Solidarprinzip“: Solidarität bedeutet nicht, dass alle in der Not zusammenstehen und sich gegenseitig helfen, sondern das einige eine Leistung schmarotzen, für die alle anderen zu blechen haben.

Die Alternative, von einem Kommentator bei der „Presse“ sogar lautstark gefordert: Wenn den Banken das nicht passt, sollen sie eben die Dienstleistung einstellen. Von denen gibt es eben kein Geld mehr an Bankomaten.
Genau. So stellt sich ein strammer Sozi die Marktwirtschaft vor: Nicht der Kunde kann frei entscheiden, ob und wann er welche Dienstleistung nutzen möchte und was ihm das wert ist, sondern die Bank (oder noch besser: der Staat) legt fest, was es gibt und was nicht.

Denn jetzt kann ich entscheiden, ob ich mir das Bargeld vom Bankomaten meiner Hausbank gebührenfrei hole oder gegen Entgelt an einem anderen Automaten, zu dem ich bequemer komme, aber dafür eben bezahle.
Ich.
Frei.
Liberal.
Neoliberal.
Das muss ja des Teufels sein...

Gedanken zum Wahltag

von Fragolin

Bevor es nach dem heutigen Abend ans Eingemachte geht und die Menschen erkennen müssen, dass sie wahrscheinlich einer großen Show aufgesessen sind, die von langer Hand geplant wurde, hier noch eine kleine Grafik:


Was kann man darauf erkennen, wenn man den Linien folgt?
Richtig, ohne den kometenhaften Aufstieg des Herrn Kurz wäre die FPÖ mit Abstand stärkste Kraft und es bestünde keine Chance auf eine Fortführung der unseligen Koalition aus Rot und Schwarz. Es war die letzte Gelegenheit, das Ruder herumzureißen. Und es war wahrscheinlich abgesprochen. Denn die SPÖ wusste von den kommenden vorgezogenen Neuwahlen bereits im Herbst 2016, als sie Silberstein engagierte um den Wahlkampf zu starten. Von wem? Woher? Kurz übernahm erst im Mai 2017 die ÖVP. Vorher wäre auch sinnlos gewesen, es musste erst der Bundeswauwau installiert werden.

Ist das auch anderen aufgefallen, dass Norbert Hofer in den letzten vier Wochen vor der Wahl nicht nur von verschiedenen Seiten äußerst untergriffig angegangen wurde, bis hin zum „Krüppel“ (es riecht nach Silbersteins Ausdünstungen), sondern sich auch extrem zurückgenommen und die letzten Duelle mit einem eher schwachen und inhaltsleeren Van der Bellen fast an diesen verschenkt hat? Als ob man den Braten gerochen hatte und wusste, dass im Falle eines Präsidenten Hofer ein „Antifa“-Wüten durch das Land gegangen wäre. Schon damals war das dümmliche Argument, ein blauer Präsident und eine blaue Regierungsbeteiligung würden sich demokratisch ausschließen, da die Überwachungsfunktion des Staatsnotars dann ausgeschaltet wäre, im Umlauf, und keinem fiel es auf, dass doch genau das, nämlich Präsident und Kanzler von der gleichen Partei, bisher doch der gelebte Normalzustand war, ohne dass das Land untergegangen wäre. Aber Strache wollte wohl auf Nummer Sicher gehen und lieber den wirklich gestaltenden Kanzler angehen anstatt einen Parteisoldaten zum machtlosen Präsidenten zu machen und damit eine Einheitsfront gegen die FPÖ zu zementieren.

Was man auf dem Diagramm gut sehen kann ist der spiegelbildliche Verlauf der Kurven von Blau und Schwarz. Das erfolgreiche Installieren des Plauder-Darlings mit der geilen Frisur scheuchte die von der ÖVP Enttäuschten zurück in deren angeblich erneuerte Reihen. Worin die Erneuerung liegen soll außer im ausgehängten Gesicht, leeren Phrasen, neuer Farbe und dahinter dem gleichen Block aus Banken, Bünden und Beamten wie vorher, kann keiner erklären. Leeres Gefasel von „neuem Stil“ und „neuer Politik“ kennen wir schon von Strolz, da ist nichts originell dran und bietet auch keine Inhalte. Kurz ist nur durch Worte aufgefallen, aber nirgends durch Taten. Wäre er in Opposition, hätte man Verständnis dafür, aber er sitzt in der gleichen Regierung, in der er jetzt aber wirklich mal mit arbeiten anfangen will. Ebenso wie Kern. Hä??

Als Silberstein engagiert wurde, war die ÖVP doch kein Feindbild der SPÖ, ganz im Gegenteil, es war der wegbrechende, absterbende Partner der vergangenen Legislaturperioden und nur dessen Wiederaufstieg der einzige Garant für eine Fortführung der Großen Koalition, zu der bisher der gelernte Österreicher immer nur die Wahl hatte, wer im GroKo-Bett oben liegt. Der erklärte Gegner der SPÖ war immer und ist immer noch die FPÖ.

Die Roten hatten ihre Peinlichkeit Faymann, nicht mit der Verschleppung der Präsidentenwahl rechnend, zu früh entsorgt und durch den Ankündigungsyuppie Kern ersetzt, der aber binnen allzu kurzer Zeit seine Munition bereits verschossen hatte. Da war jetzt nichts mehr im Köcher, um noch mal ein paar Prozente zu generieren. Aber bei den Schwarzen war Luft nach oben, die Peinlichkeit Mitterlehner huschte noch in eine mentale Burka gehüllt hinter dem Präpotenzenkanzler hinterher. Also wurde dieser gegen Strahlemann Basti ersetzt – und der enttäuschte nicht. Aber er musste vorgezogene Wahlen ausrufen, erstens weil nicht sicher war ob Juncker ernst macht mit dem EU-Beschluss gegen Grenzkontrollen im November und zweitens musste ein Ergebnis her, bevor auch Kurz‘ Dampfplauderei als solche entlarvt würde und sein Stern wieder sinkt.

Und jetzt kommt es: Was macht Silberstein? Richtig: Massives Anschütten von Kurz und Kern. Was hat das jetzt mit diesem Wahlkampf zu tun? Ganz einfach, was bei der ganzen Diskussion komplett unterging: die ganze Zeit wurde es so dargestellt, als wäre es die FPÖ, die diese Hetze betreiben würde. Der empfindsame österreichische Wähler ist nämlich nicht aufgerüttelt durch negative Meldungen gegen Kurz und Kern, sondern angewidert von der üblen Hetze gegen die Beiden. Der eigentlich getroffene bei der ganzen Schmiere ist Strache. Und der konnte jetzt nicht real anfangen gegen die beiden zu Felde zu ziehen ohne noch mehr als der miese Anpatzer dazustehen und sich die letzte Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung zu vermauern. Falls die jemals da war.

Und so ist als Ergebnis der ganzen Schmierenkomödie die Koalition aus Schwarz und Rot, nur mit leichtem Stellungswechsel, wieder in der Lage, sich das Land fünf weitere Jahre zur Beute zu machen. Fast wäre die Kiste geplatzt, weil es in den Reihen der Roten wie der Schwarzen Leute gibt, die vom jeweils anderen die Schnauze gestrichen voll haben und die Komödie sabotieren wollten. Aber am Ende wird alles gut: Kurz wird Kanzler, der untragbar gewordene Kern kann abtreten und einen üppigen Dankbarkeitsposten übernehmen und die SPÖ unter Doskozil zu den sich wieder Richtung Schwarz verdunkelnden Türkisen in die Koalitionskiste kriechen, huldvoll angelobt vom präsidialen Mäßigungsprediger. Strache kann trampeln und spucken, ihn hat man mal wieder abserviert. Und die Antifa jubelt, den „Rechtsruck“ abgewehrt und den Ausbruch des Faschismus verhindert zu haben blabla.

Wird sich Österreich grundlegend ändern? Wird der Filz durchbrochen? Werden die Sümpfe ausgetrocknet? Die Pfründe verödet? Werden bürokratische Hürden geschleift? Demokratische Freiheiten etabliert?
Träumen wir durch den Tag. Das Erwachen wird bald kommen.
Vielleicht schon heute Abend.
Die Frage wird dann beantwortet, ob die Mehrheit begriffen hat oder lieber dem Gesülze jener glaubt, die dafür bezahlt werden, sie zu veräppeln.